Menière-Krankheit PDF Drucken E-Mail

Allgemeines
Charakteristikum der Menière-Krankheit ist ein anfallartig auftretender Schwindel, der mit Übelkeit verbunden ist. Den Betroffenen scheint es, als würde sich die Umgebung um sie drehen. Bei 80 von 100 Betroffenen hören die Anfälle innerhalb von fünf bis zehn Jahren von selbst auf.

Über Schwindelgefühle klagen etliche Menschen. Allerdings ist die Menière-Krankheit relativ selten die Ursache. Viel häufiger tritt Schwindel im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen auf. Besonders oft liegt der Grund dafür in einer Störung im Zentralnervensystem und wird dann als Lagerungsschwindel bezeichnet. Schwindel, der nicht auf der Menière-Krankheit beruht, muss anders behandelt werden als mit den hier besprochenen Medikamenten.

 



Ursachen
Die Erkrankung geht vom Gleichgewichtsorgan im Innenohr aus; mitunter ist auch das Hörorgan betroffen. Manchmal lassen sich Stress, psychische Faktoren und Entzündungen als Auslöser eines Menière-Anfalls ausmachen. Die meisten Aspekte der Erkrankung sind allerdings ungeklärt. Derzeit geht man davon aus, dass sich im Menière-Anfall im Innenohr Folgendes abspielt:

Das gesamte Innenohr und auch das Innere der Bogengänge, die von einer Art "Schlauch" durchzogen sind, sind mit Flüssigkeit gefüllt. Im Menière-Anfall sind die Schläuche in den Bogengängen wahrscheinlich praller gefüllt als üblich, entweder weil zu viel Flüssigkeit produziert wird oder nicht genügend abfließen kann. Der Druck beeinträchtigt das Gleichgewichtsempfinden, was über Nervenbahnen im Gehirn Übelkeit und Erbrechen auslöst. Wenn Hörstörungen auftreten, beruhen sie darauf, dass auch die Haarzellen im Gehörorgan geschädigt wurden. Der Anfall endet, wenn der ursprüngliche Druck in den Bogengängen wiederhergestellt ist.

Zu Beginn der Erkrankung bildet sich der Schaden im Gleichgewichtsorgan wieder zurück; hält die Krankheit an, wird er jedoch irreparabel.

 

Anzeichen und Beschwerden
Ein Menière-Anfall kann Minuten, aber auch Stunden dauern, jedoch kaum länger als einen Tag. Zu ihm gehören immer drei Gruppen von Symptomen:

•Schwindel, Übelkeit und Erbrechen und unkontrollierbares Augenzittern.
•Geräusche im Ohr wie beim Tinnitus. Zu Beginn betreffen die Beschwerden nur ein Ohr. Im weiteren Verlauf sind es dann oft beide Ohren.
•Nachlassendes Hörvermögen auf dem betroffenen Ohr und unter Umständen ein Druckgefühl. Auch dieses betrifft zunächst nur ein Ohr, später beide Ohren.

 

Allgemeine Maßnahmen
Manchen Menschen mit Menière-Krankheit hilft es, wenn sie Stress nicht mehr so stark als Belastung empfinden. Mit Verhaltenstherapie und Entspannungstraining lässt sich lernen, Belastungen besser zu bewältigen.

Beim akuten Anfall wird Bettruhe als hilfreich empfunden.

Wer mit der Menière-Krankheit leben muss, profitiert möglicherweise von speziellen krankengymnastischen Übungen.

Wenn medikamentöse Maßnahmen erfolglos geblieben sind, kann eine sogenannte Saccotomie infrage kommen. Bei diesem Verfahren schafft man für die gestaute Flüssigkeit im Innenohr operativ eine Abflussmöglichkeit. Das Hörvermögen bleibt dabei erhalten.