Beschwerden während der Wechseljahre PDF Drucken E-Mail

Allgemeines
Im Alter zwischen 40 und 60 Jahren endet die zyklische Hormonproduktion der Eierstöcke und damit die Fruchtbarkeit jeder Frau. Die letzte Regelblutung heißt in der Medizin Menopause. Die Wechseljahre (Klimakterium) durchlebt etwa ein Drittel der Frauen ohne Beschwerden.

Bei einem weiteren Drittel sind die Beschwerden so leicht, dass die Frauen keine Behandlung suchen. Das letzte Drittel der Frauen hat Beschwerden und wünscht eine Behandlung.

 



Ursachen
Ab einem bestimmten Alter reagieren die Eierstöcke nicht mehr wie gewohnt auf die vom Gehirn produzierten Hormone. Zunächst bleibt der Schub des Hormons aus dem Gehirn aus, der den Eisprung auslöst. Ohne Eisprung wird kein Gelbkörper und kaum Progesteron gebildet. Dadurch verkürzen oder verlängern sich die Zyklen. Fällt auch der Östrogenspiegel, bleibt die Menstruation aus. Dann versucht die Hirnanhangdrüse, die Eierstöcke zu stimulieren, um den Östrogenspiegel hoch zu halten. Diese Hormonausschüttungen lösen viele der typischen Wechseljahrssymptome, vor allem Hitzewallungen, aus. Erst langsam gewöhnen sich das Zwischenhirn und die Hirnanhangdrüse an die niedrigeren Östrogenspiegel.

Diese Veränderungen vollziehen sich im Allgemeinen ganz allmählich. Phasen mit geregeltem und ungeregeltem Zyklus wechseln sich ab. Nur Frauen, deren Eierstöcke operativ entfernt oder zur Behandlung einer Krankheit gezielt funktionsunfähig gemacht wurden, kommen abrupt in die Wechseljahre.

Auf welchem Wege die hormonellen Veränderungen daran beteiligt sind, Hitzewallungen auszulösen, ist noch nicht bekannt. Das Zentrum für die Wärmeregulation im Zwischenhirn und das vegetative Nervensystem können vorübergehend Überreaktionen zeigen, die einerseits durch einen gesunden Lebensstil abgeschwächt und andererseits durch ungünstige Einflüsse wie Stress, Kaffee und Alkohol verstärkt werden können. Wie Frauen die Körperreaktionen in den Wechseljahren erleben, ist aber sehr unterschiedlich: Manche empfinden das Mehr an Wärme als angenehm, andere fühlen sich damit sehr unwohl.

Nach dem derzeitigen Kenntnisstand hat die Veränderung der Haut nur wenig mit Hormonen zu tun. Die Haut wird mit zunehmendem Alter, bei häufigen Sonnenbädern und durch langjähriges Rauchen faltiger. Zudem ist der Zustand der Haut durch familiäre Anlagen bestimmt. Östrogene erhöhen lediglich den Wassergehalt der Haut, sodass sie glatter erscheint.

Wechseljahrsbeschwerden sind zudem nicht allein hormonell bedingt. Frauen, die mit ihrem Berufs- und Liebesleben zufrieden sind und ein stabiles Selbstwertgefühl haben, leiden deutlich seltener unter Wechseljahrsbeschwerden als andere.

Darüber hinaus verbessert eine Hormontherapie allein die Lebensqualität nicht. In den Studien, die dazu gemacht wurden, ergab sich zwischen den Frauen, die Hormone eingenommen hatten, und denen, die ein Scheinmedikament erhalten hatten, kein Unterschied im allgemeinen körperlichen und seelischen Gesundheitszustand, auch nicht hinsichtlich Depressionen, psychischer Störungen und sexueller Zufriedenheit. Hormone können zwar Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche mildern. Ob dies von den Frauen aber als Verbesserung ihrer Lebensqualität gewertet wird, hängt davon ab, wie stark die Beschwerden sind und wie die Frauen sie emotional bewältigen.

 

Allgemeine Maßnahmen
Folgende Maßnahmen können Wechseljahrsbeschwerden abschwächen:

•Sportliche Betätigung, vor allem Ausdauersportarten wie Gehen (Walking), Laufen (Jogging), Wandern, Skilanglaufen und Schwimmen
•Regelmäßige Kaltwasserbehandlungen und Saunagänge
•Entspannungsmethoden wie Yoga und autogenes Training.

Anzeichen und Beschwerden
Die Beschwerden, die sich während der Wechseljahre einstellen können, sind individuell verschieden und belasten die Frauen unterschiedlich stark. Am häufigsten treten auf:

•Hitzewallungen und Schweißausbrüche
•Schlafstörungen und in der Folge Müdigkeit
•Stimmungsschwankungen
•Herzklopfen, Schwindel
•trockene Scheide.

Harnweginfektionen und Inkontinenz treten zwar weniger häufig auf als die oben genannten Beschwerden, für die einzelne Frau können sie aber sehr wohl belastend sein.


Vorbeugung

Alles, was die körperliche und seelische Stabilität fördert, kann dazu beitragen, gut durch die Wechseljahre zu kommen. Dazu gehört unter anderem das, was bei den nichtmedikamentösen Maßnahmen aufgeführt ist.

In früheren Jahren wurde die Hormonbehandlung auch unter dem Aspekt durchgeführt, dass sich mit ihr einer Reihe von Erkrankungen vorbeugen ließe, die bei Frauen mit zunehmendem Alter häufiger auftreten. Dass eine solche Behandlung im Hinblick auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen eher schadet als nützt, ist insbesondere für Frauen über 60 Jahre inzwischen erwiesen. Zur Vorbeugung gegen eine Osteoporose kommt sie bei sorgfältiger Abwägung des zu erwartenden Nutzens und der möglichen Risiken nur noch in seltenen Ausnahmefällen infrage. Die Hoffnung, mit einer Hormonbehandlung dem Abbau geistiger Fähigkeiten vorbeugen zu können, hat sich mit den Ergebnissen der großen Studien der letzten Jahre ebenfalls zerschlagen. Frauen über 65 Jahre, die lange Zeit Hormone eingenommen haben, scheinen sogar ein höheres Risiko für eine Demenz zu haben als Frauen, die keine Hormone angewendet haben. Ähnlich ungünstig sind die Ergebnisse, wenn mit der Hormonbehandlung einer Harninkontinenz vorgebeugt werden soll. Die Frauen,
die bisher keine Probleme mit der Blase hatten, hatten nach den Wechseljahren ein erhöhtes Risiko, wenn sie Hormone einnahmen. Bei denjenigen mit einer Inkontinenz vor Einnahme der Hormone verschlimmerten sich die Beschwerden nach einem Jahr Behandlung.