Chronische obstruktive Bronchitis PDF Drucken E-Mail

Allgemeines
Bei einer chronisch obstruktiven Bronchitis sind die Bronchien verengt und können sich nicht mehr richtig erweitern. Gleichzeitig sind sie als Reaktion auf einen anhaltenden Reiz – meist Zigarettenrauch oder Umweltschadstoffe – chronisch entzündet. Zusätzlich kann die Lunge überbläht sein (Lungenemphysem), wodurch mit der Zeit die Lungenbläschen irreversibel zerstört werden, sodass weniger Sauerstoff aufgenommen und weniger Kohlendioxid abgegeben werden kann. Im fortgeschrittenen Krankheitszustand wird die Atemnot dann zum Dauerzustand. Der Fachbegriff COPD (COPD = chronic obstructive pulmonal disease, englisch: Erkrankung mit chronisch verengten Atemwegen) umfasst beide Krankheitsbilder (chronisch obstruktive Bronchitis und Lungenemphysem) oder deren Kombination.



Als Obstruktion wird die Verengung der Bronchien bezeichnet, die auch darauf beruht, dass sich die ringförmige Bronchialmuskulatur verkrampft (Bronchospasmus). Gleichzeitig schwillt die Schleimhaut in den Bronchien an und produziert vermehrt einen immer zäher werdenden Schleim, der nur noch schwer abgehustet werden kann.

In Deutschland leiden drei bis fünf Millionen Menschen an einer COPD. Die Krankheit gehört mit Platz 4 zu den häufigsten Todesursachen weltweit (mit steigender Tendenz). Im Gegensatz zu Asthma sind nicht alle Altersgruppen gleichermaßen betroffen, sondern vorwiegend Menschen über 50 Jahre. Das hängt damit zusammen, dass es Jahre und Jahrzehnte dauert, bis sich eine COPD entwickelt.

Bei allen COPD-Formen ist die Lungenfunktion bereits eingeschränkt – das Verhältnis der Einsekundenkapazität, FEV1, zur Vitalkapazität der Lunge liegt dann schon unter 70 Prozent. Die weitere Einteilung der Krankheitsstadien erfolgt anhand der Einsekundenkapazität als ein spezifisches Maß für die Lungenfunktion. Demgemäß wird die COPD in vier Stadien eingeteilt.

•Leichtgradige COPD (Schweregrad I): Die Einsekundenkapazität liegt über oder bei 80 Prozent des Sollwertes. Es kann ein chronischer Husten mit oder ohne Auswurf bestehen. Bei starker körperlicher Belastung kann Atemnot auftreten.
•Mittelgradige COPD (Schweregrad II): Die Einsekundenkapazität liegt nur noch zwischen 50 und 80 Prozent des Sollwerts. Es kann ein chronischer Husten mit oder ohne Auswurf vorliegen. Bei leichter bis mittelschwerer Belastung (normale Alltagsaktivitäten) kann Atemnot auftreten.
•Schwere COPD (Schweregrad III): Die Einsekundenkapazität liegt über 30, aber unter 50 Prozent des Sollwerts. Es besteht chronischer Husten mit Auswurf. Die Atemwege sind stark verengt, schon bei geringer Belastung tritt Atemnot auf.
•Sehr schwere COPD (Schweregrad IV): Die Einsekundenkapazität liegt unter 30 Prozent des Sollwerts, oder sie beträgt bei chronischer Atemnot, die mit Sauerstoffmangel und einer starken Belastung des Herzens einhergeht (respiratorische Insuffizienz), weniger als 50 Prozent des Sollwerts. Es besteht Husten mit Auswurf, die Atemnot tritt bereits in Ruhe oder bei geringster Belastung auf. Im Spätstadium wird der Organismus nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, sodass eine kontinuierliche Sauerstoffzufuhr über einen Atemschlauch notwendig ist. Durch den erhöhten Druck in der Lungenschlagader (pulmonale Hypertonie, Cor pulmonale) wird das rechte Herz belastet, sodass sich eine "Rechtsherzinsuffizienz" ausbildet.

 

Ursachen
Sind die Bronchien ständig Reizstoffen wie Tabakrauch ausgesetzt, wird mit der Zeit das Flimmerepithel, das die Bronchien innen wie ein Rasen auskleidet, dauerhaft geschädigt. Etwa acht bis neun von zehn COPD-Erkrankungen gehen auf langjähriges Rauchen zurück. Jeder vierte Raucher entwickelt eine COPD. Auch Schadstoffe und Abgase in der Luft sowie berufsbedingte Stäube am Arbeitsplatz wie beispielsweise Steinkohlestaub können die Bronchien schädigen und eine COPD hervorrufen.

Darüber hinaus können auch erbliche Veranlagungen eine Rolle spielen. Häufige, durch Viren ausgelöste Lungenentzündungen im Kindesalter können die Entwicklung einer COPD im Erwachsenenalter begünstigen.

 

Allgemeine Maßnahmen
Da COPD-Erkrankungen meistens auf das Rauchen zurückzuführen sind, ist die wichtigste Maßnahme, das Rauchen aufzugeben. Dies stellt auch die zentrale Behandlungsmaßnahme dar. Wenn ab einem Alter von 40 Jahren nicht mehr geraucht wird, normalisiert sich die Lungenfunktion zwar nicht wieder, aber sie verschlechtert sich im Lauf der folgenden Jahre auch nicht stärker als bei Gesunden.

Alle Tätigkeiten, bei denen viel Staub aufgewirbelt wird, sollten Sie meiden oder eine Atemmaske tragen. Dazu gehören zum Beispiel Staubsaugen und -wischen, Sägen, Teppichklopfen oder auch das Abschleifen von Möbeln und Böden.

Körperliches Training sollte die Basis der nicht-medikamentösen Langzeitbehandlung darstellen. Es verbessert die Belastbarkeit und damit auch die Lebensqualität. Außerdem kommt es seltener dazu, dass sich das Krankheitsbild akut verschlimmert.

In strukturierten und qualitätsgeprüften Schulungen, die speziell auf das Krankheitsbild der COPD abgestimmt sind, lernen Sie, besser mit der Erkrankung umzugehen und die Medikamente richtig anzuwenden. Gleichzeitig werden Sie trainiert, Ihren Lebensstil an die Erkrankung anzupassen. Auch kann damit verhindert werden, dass sich die Krankheit akut verschlimmert oder dass Sie notfallmäßig behandelt werden müssen.

 

Anzeichen und Beschwerden
Die AHA-Symptome gelten als typische Kennzeichen einer COPD: Auswurf, Husten, Atemnot. Anfänglich ähneln die Beschwerden denen einer chronischen Bronchitis: Es besteht ein anhaltender Reizhusten mit Auswurf, der vorwiegend am frühen Morgen auftritt ("Raucherhusten"). Mit fortschreitender Krankheit tritt Atemnot auf, zunächst nur unter Belastung, bei schwerem Krankheitsverlauf auch in Ruhe.

Durch die ständig neu auftretenden Entzündungen in den Bronchien wird die Lungenfunktion mit der Zeit immer schlechter, und zwar dauerhaft – es sei denn, die Hauptursache der COPD, das Rauchen, wird rechtzeitig genug eingestellt.

 

Vorbeugung
Wer nicht raucht und sich möglichst nicht in verrauchten Räumen aufhält, hat ein sehr geringes Risiko, an COPD zu erkranken.