Erektionsstörungen PDF Drucken E-Mail

Allgemeines
Sexualstörungen sind nicht das Problem eines Mannes oder einer Frau, sondern immer das des Paares. Sowohl bei ihm als auch bei ihr greifen psychisches Erleben und Empfinden und die körperlichen Auswirkungen ineinander; zusätzlich wirkt sich aus, wie beide miteinander umgehen. Ist die Beziehung gestört, kann das den sexuellen Austausch auf der Ebene des Wollens und/oder des Könnens negativ beeinflussen. Was dabei jedoch Ursache, was Wirkung ist, lässt sich nur selten ausmachen.

Der sexuelle Austausch kann in einer Partnerschaft junger Menschen ebenso gestört sein wie in einer Partnerschaft älterer Menschen. Auch gibt es im Verlauf langdauernder Beziehungen immer wieder Phasen wechselnder sexueller Aktivität. Bei manchen Paaren nimmt das Interesse an sexueller Aktivität mit dem Alter ab. Aber auch Funktion und Erleben können sich mit dem Älterwerden verändern.

Mediziner gehen davon aus, dass ein Drittel bis die Hälfte aller Männer über 40 Jahre eine "erektile Dysfunktion" (ED) aus eigener Erfahrung kennt.

 



Ursachen
Vorübergehende Erektionsprobleme, vor allem bei jüngeren Männern, haben ihre Ursache meist in Partnerschaftskonflikten oder erheblicher Stressbelastung. Wenn das Empfinden oder die äußeren Bedingungen nicht auf einen intimen Austausch eingestellt sind, verweigert der Körper seinen Dienst. Solche seelischen Ursachen müssen in einer eingehenden ärztlichen Untersuchung von körperlichen abgegrenzt werden.

Ein weiterer häufiger Grund für Erektionsstörungen bei Männern jeden Alters ist der übermäßige Konsum von Alkohol.

Anhaltende Störungen sind oft organisch bedingt und liegen auf der Ebene der Nervenversorgung, der Hormonproduktion oder der Durchblutung. Mit zunehmendem Alter treten öfter Krankheiten auf, in deren Folge beziehungsweise bei deren medikamentöser Behandlung sich Sexualstörungen einstellen können. Zu ihnen gehören:

•Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie hoher Blutdruck und Durchblutungsstörungen. Die Gefäße, die die Schwellkörper mit Blut versorgen beziehungsweise das frühzeitige Abfließen des Blutes verhindern, können sich verändern.
•Diabetes. Je länger die Krankheit besteht, desto wahrscheinlicher sind Schäden an den Nerven und/oder Blutgefäßen, die dann zu Erektionsproblemen führen können.
•Nervenkrankheiten.
•Verletzungen und Operationen im kleinen Becken, zum Beispiel an der Prostata.
•Störungen der Hormonproduktion.
•Medikamente. Darunter sind viele Psychopharmaka, blutdrucksenkende Mittel, wie beispielsweise ACE-Hemmer und Betablocker, sowie Lipidsenker, die bei erhöhten Blutfetten und Herzkrankheiten angewendet werden. Auch Finasterid gehört dazu, ein Mittel, das unter dem Namen Proscar zur Behandlung der vergrößerten Prostata dient und das als Propecia bei Haarausfall eingesetzt wird.

 

Anzeichen und Beschwerden
Trotz Erregung versteift sich der Penis nicht so oder nicht lange genug, wie es für Sex, der beide Partner befriedigt, notwendig wäre. Solche Erektionsstörungen können vorübergehend sein, als geringfügige Störung auftreten, aber auch eine erhebliche Beeinträchtigung darstellen.

 

Allgemeine Maßnahmen
Meiden Sie Alkohol und Nikotin. Starten Sie ein Fitnessprogramm mit viel Bewegung.

Vakuumpumpen (z. B. ErecAid System, Rapport) sind effektive Erektionshilfen, die nicht in das Körperinnere eingreifen. Der Penis wird in ein Rohr eingeführt, aus dem die Luft elektrisch abgesaugt wird, sodass ein Vakuum entsteht. Dadurch strömt mehr Blut in den Penis und er richtet sich auf. Anschließend wird das Rohr abgezogen und für etwa 30 Minuten ein Ring an der Peniswurzel angebracht. Er verhindert, dass das Blut schnell wieder abfließt.

Ist eine gestörte Blutversorgung des Penis die Ursache des Problems, kann eventuell eine Operation infrage kommen.

Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass Erektionsstörungen ein Hinweis darauf sein können, dass die betroffenen Männer ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende Herz-Kreislauf-Störungen haben. Männer mit Erektionsproblemen sollten daher so gut wie möglich alles vermeiden, was Herz und Kreislauf gefährlich werden kann. Das bedeutet, sie sollten das Rauchen aufgeben und mit gesunder Ernährung und viel körperlicher Aktivität ihre Blutfette, den Blutzucker, den Blutdruck und das Gewicht im Normalbereich halten.