Leberentzündung PDF Drucken E-Mail

Allgemeines
Es gibt verschiedene Arten von Leberentzündung (Hepatitis), abhängig von der Virusart, die die Leberentzündung verursacht. Hepatitis A ist die häufigste, gleichzeitig aber auch die harmloseste Variante. Sie dauert zwei bis acht Wochen und heilt meist folgenlos ab. Hepatitis B und C sind gefährlicher, weil sie häufig chronisch werden und die Leber unter Umständen vollständig zerstören können.



Wenn eine chronische Leberentzündung besteht, handelt es sich häufig um eine Hepatitis B. Unbehandelt geht sie meist in eine Leberzirrhose über.

Von Hepatitis C sind in Deutschland zirka eine Million Menschen betroffen. Etwa jeder Dritte kann geheilt werden. Bei den anderen wird die Krankheit chronisch. Jeder Fünfte entwickelt mit der Zeit eine Leberzirrhose oder Leberkrebs.

 

Ursachen
Bisher sind fünf verschiedene Virustypen bekannt, die mit den Buchstaben A bis E bezeichnet werden:

•Hepatitis-A-Viren werden oft auf Reisen durch Speichelkontakt, infiziertes Essen (z. B. roh verzehrte Muscheln), Wasser, unsauberes Geschirr oder Besteck übertragen. Ein chronischer Verlauf tritt bei Hepatitis A nicht auf.
•Hepatitis-B-Viren gelangen über Blut - zum Beispiel Stichverletzungen bei medizinischem Personal, mehrfach benutzte Spritzen bei Drogenabhängigen - und Körpersekrete (z. B. beim Geschlechtsverkehr) in den Organismus. Wer einmal an Hepatitis B erkrankt ist, scheidet das Virus oft noch monate- oder jahrelang unbemerkt aus. Der Verlauf ähnelt zunächst dem von Hepatitis A, kann aber in ein chronisches Stadium übergehen.
•Hepatitis C wird fast ausschließlich über Blut übertragen oder bei Drogenabhängigen durch gemeinsam benutzte Injektionsnadeln. Sie ist die gefährlichste Form von Hepatitis, weil sie oft einen chronischen Verlauf nimmt und in Leberkrebs übergehen oder die Leber vollkommen zerstören kann.
•Hepatitis D ähnelt Hepatitis B. Besonders gefährlich ist eine Ansteckung, wenn bereits eine Hepatitis B vorausgegangen ist.
•Hepatitis-E-Infektionen ähneln einer Hepatitis A. Dieser Virustyp kommt fast nur in Südostasien, Indien, Mittelamerika und Afrika vor. Der Verlauf ist meist harmlos, lediglich bei Schwangeren können schwerere Krankheitszeichen auftreten.

Auch Medikamente können eine Leberentzündung hervorrufen, wenn der Abbau der Wirkstoffe die Leber zu sehr belastet.

Anhaltender übermäßiger Alkoholkonsum schädigt die Leber, sodass sich eine Fettleber oder eine Alkoholhepatitis entwickeln kann.


Allgemeine Maßnahmen
Ruhe, allerdings nicht unbedingt Bettruhe, sowie konsequenter Verzicht auf Alkohol in jeglicher Form, um die Leber zu schonen, sind die wichtigsten Maßnahmen bei allen Formen von Hepatitis. Eine spezielle Diät ist nicht erforderlich.

Bei einer Hepatitis nach jahrelangem Alkoholmissbrauch muss Alkohol in jeglicher Form konsequent gemieden werden. Oft erholt sich die Leber dann wieder.

Verläuft die Hepatitis innerhalb kurzer Zeit so fulminant, dass das gesamte Organ zerstört wird, bleibt als letzte Behandlungsmöglichkeit eine Lebertransplantation.

 

Anzeichen und Beschwerden
Anfangs spüren Sie von einer Leberentzündung meist gar nichts. Erst etwa zwei Wochen nach der Ansteckung - es können auch bis zu sechs Monate vergehen - zeigen sich die ersten Symptome: Sie ermüden schneller als gewohnt und fühlen sich insgesamt abgeschlagen und leistungsschwach.

Ein deutliches Anzeichen für eine Hepatitis ist eine Gelbsucht (Ikterus), die oft mit einem starken Krankheitsgefühl einhergeht: Die Haut und vor allem das Weiße in den Augen werden gelb, weil die Leber den Gallefarbstoff Bilirubin nicht mehr richtig abbaut.

Aber nicht jede Hepatitis ist von einer Gelbsucht begleitet, diese kann auch ausbleiben. Fast immer jedoch entfärbt sich der Stuhl und der Urin wird dunkel, manchmal sogar tiefbraun - ein Anzeichen dafür, dass Bilirubin über die Nieren ausgeschieden wird. Meistens treten gleichzeitig Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Verstopfung oder Blähungen auf. Fettes Essen, Fleisch und Alkohol erregen Übelkeit; Rauchern schmeckt die Zigarette nicht mehr, Nichtraucher können Zigarettenrauch kaum ertragen.

Fieber kann, muss aber nicht auftreten. Manchmal juckt die Haut oder es zeigt sich ein leichter Ausschlag.

Erhöhte Leberwerte im Blut deuten auf eine beginnende Leberentzündung oder auf eine nachlassende Leberfunktion hin.

 

Vorbeugung
Um eine Übertragung von Hepatitisviren zu vermeiden, werden Blutkonserven und -produkte hierzulande immer auf Hepatitisviren getestet. Allerdings bietet das keinen vollkommenen Schutz vor einer Ansteckung.

Wer besonders gefährdet ist, sich mit Hepatitisviren anzustecken - zum Beispiel medizinisches Personal, Reisende in Länder mit unzureichendem Hygienestandard -, kann sich gegen Hepatitis A und B impfen lassen. Auch Sexualpartner oder enge Kontaktpersonen von Hepatitis-B-Infizierten sollten sich mit einer Impfung beziehungsweise durch Benutzung von Kondomen gegen eine Ansteckung schützen. Eine Hepatitis-B-Impfung schützt auch vor Hepatitis D. Für die anderen Virustypen gibt es noch keine Impfseren.


Schwangere mit einem positiven Test auf Hepatitis B werden immer mit Kaiserschnitt entbunden, weil sie bei einer normalen Geburt das Virus beim Weg durch den Geburtskanal auf das Kind übertragen können.